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Ausbildung auf Sparflamme, eine riskante Strategie

Die Prognosen, häufig zitiert im Umfeld der Bertelsmann Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft, zeichnen ein klares Bild: Der deutsche Arbeitsmarkt steht bis 2030 vor einer massiven Rentenwelle.

Zu den Fakten:

  • Bis zu fünf Millionen Fachkräfte könnten fehlen, wenn die Babyboomer in den Ruhestand gehen. Diese Lücke kann kurzfristig nicht durch nachrückende Arbeitskräfte geschlossen werden.
  • Alleine im Pflegebereich scheiden bis 2030 voraussichtlich etwa 40 % der Fachkräfte aus dem Berufsleben aus.

Und dennoch erlebe ich in meiner Praxis aktuell etwas anderes:
Wenn ich Unternehmen frage, ob sie für den Ausbildungsstart 2026 noch Auszubildende suchen, ist die Reaktion in weiten Teilen zurückhaltend.
Die Gründe sind nachvollziehbar. Genannt werden die wirtschaftliche Lage, und Unsicherheit am Markt sowie ein steigender Kostendruck.
In der Folge wird teils gar nicht (mehr) ausgebildet – oder die Ausbildungsplätze werden drastisch reduziert.

𝗜𝘀𝘁 𝗱𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘇𝘂 𝗸𝘂𝗿𝘇 𝗴𝗲𝗱𝗮𝗰𝗵𝘁?

Eine Ausbildung dauert im Schnitt zwei bis dreieinhalb Jahre. Unternehmen, die ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren oder einstellen, schwächen damit perspektivisch ihre eigene Fachkräftebasis.

Der demografische Wandel wartet nicht auf bessere Konjunkturphasen.

𝗔𝘂𝘀𝗯𝗶𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗞𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝗳𝗮𝗸𝘁𝗼𝗿. 𝗦𝗶𝗲 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗚𝗿𝘂𝗻𝗱𝗹𝗮𝗴𝗲 𝗻𝗮𝗰𝗵𝗵𝗮𝗹𝘁𝗶𝗴𝗲𝗿 𝗙𝗮𝗰𝗵𝗸𝗿𝗮̈𝗳𝘁𝗲𝘀𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴. Sie ist eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Branchen. Wie sehen Sie das? Ich bin gespannt auf Ihre Perspektiven und den Austausch.

Bleiben Sie dran! In meinem kommenden Beitrag geht es um die möglichen Gründe, weshalb Unternehmen Ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können.

Viele Grüße
Andreas Döbler